Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie es sein könnte, wenn sich die Gegenwart vom vollen Zeitdruck ihrer Vergangenheit selbst ein Bild macht? Die Antwort auf diese Frage liegt wohl weit vor der Sprache, nur Bilder können sie geben, wie zum Beispiel die Bilder von Kathrin Rank. Diese Bilder umgibt eine Atmosphäre, die dem Betrachter ebenso vertraut ist wie fremd. Vom geschichtlichen Abgrund betrachtet erscheinen die Szenen und Gegenstände nicht mehr ihrer alltäglichen Konfektionen nachgebildet zu sein und werden eben dadurch wirklicher denn je. Die Konturen und Schatten weisen auf Risse in der Kontinuität hin, so dass sich der Erfahrungskontext der Gegenwart im Negativabdruck der Figuren widerspiegelt. Diese setzten sich nicht mehr als Bruch vom Grund ab, sondern umgekehrt bricht derselbe Grund nunmehr als Fläche in sie ein und besetzt die Form mit der vollen Wirklichkeit des Bildes.
Timo Kaabi-Linke, Berlin
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|